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Wo die Kultur zuhause ist
Von Martin Mayr
Übersicht

Gewissermaßen als Gegengewicht zur dominanten Wirtschaftslehre des Westens, versucht China mitunter auch die Besonderheiten seiner Entwicklungspolitik und Kultur hervorzuheben. In diesem Sinne und um der ?hundertjährig unveränderten Linie der Partei? willen verwendet die Volksrepublik beispielsweise, abweichend vom mitteleuropäischen Begriff ?soziale? Marktwirtschaft, an dieser Stelle das Attribut ?sozialistisch?.

Traditionell erfolgt der geistige Austausch innerhalb der Wirtschaftswissenschaften indem andere Länder und Regionen vom westlichen Vorbild lernen, während es innerhalb der Volkswirtschaftslehre in Europa und Amerika auch das ?Orchideenfach? Entwicklungsökonomie zum Erforschen und Studieren gibt. Die einzige Ausnahme von diesem einseitigen Strom brachte das japanischer Wirtschaftswunder der 70er und 80er Jahre, da die Erfolge von Konzernen wie Toyota, Mitsubishi oder Mitsui zunächst die westliche Selbstherrlichkeit erschütterten und anschließend vor allem von amerikanischen Strategieforschern fasziniert analysiert wurden. Die daraus resultierenden neuen Theorien fanden ihren Eingang in westliche Lehrbücher und machten auch ihren Weg nach Ostasien, nach China.

Wenn chinesische Professoren nun aus Büchern unterrichten, in denen die japanische Kultur, landesbedingte Organisationsmuster oder die dortige Gesellschaftsverfassung als erfolgsspezifisch für Konzerne bezeichnet wird, so verunsichert das natürlich das chinesische Selbstverständnis. Schließlich hat jede ChinesIn gelernt, dass ?der kleine Bruder Japan? selbst ja nicht einmal Schriftzeichen hatte und diese ? wie auch den Großteil der sonstigen Kultur ? nur von China übernehmen konnte.

Die chinesischen Wirtschaftswissenschaften machten aus der Herausforderung eine Tugend und erklären nunmehr die Erfolgsmuster Japans, der vier kleinen Tiger und der chinesischen Öffnungspolitik durch die neue Forschungsrichtung ?ostasiatisches Management? (Dongfang Guanlixue; Dongfang: der Osten, der Orient; hier gemeint: Ostasien). Da drei der vier Tigerstaaten mehrheitlich chinesisch bevölkert sind, kann man bei dieser Forschungsrichtung also darauf verweisen, dass das ?Erfolgsmodell? Ostasien auch in entwickelten Regionen von zahlreichen ChinesInnen mitgestaltet wird (nämlich in der ?abtrünnigen Provinz? Taiwan, der Sonderverwaltungszone Hong Kong und dem Stadtstaat Singapur).

Die Fudan Universität, als führende Wissenschaftseinrichtung Shanghais, lässt sich in dieser Beziehung natürlich nicht lumpen und erforscht diese Disziplin nicht nur am Institut für Philosophie sondern auch im Rahmen eines eigenen ?Forschungszentrums für ostasiatisches Management? an der betriebswirtschaftlichen Fakultät.


 
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Isabel Wolte
03-feb-05
Lieber Martin,

das ist ein wirklich bezeichnenderArtikel! Mich wuerde interessieren, wann das stattgefunden hat und ob wie es weiterging, haben Sie den Professor wieder einmal gesehen?

Mit freundlichen Gruessen,
Isabel Wolte
 
 
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