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Treffen
Oper in der Mandschurei
Von Martin Mayr
Übersicht

Als mich die Lektorin namens Tu einlädt, gemeinsam mit anderen Studierenden chinesische Opernlieder im Fernsehen zu singen, hatte ich ziemlich wenig Freude damit. Einerseits kamen demnächst meine Eltern zu Besuch, sodass ich kaum Zeit haben sollte und andererseits, waren die Vorbereitungen für das Kulturfestival sehr aufwendig. Schwach und gutmütig wie ich bin, gelang es der Lehrerin Tu aber dennoch mich zu überreden.

Diesmal hatte ich die Ehre Einzelunterricht bei einer ehemaligen Opernsängerin und nunmehrigen Lektorin der Fudan Universität zu bekommen, da ich später im Fernsehen ja auch solo singen würde. Bei der dritten Probe begannen wir auch schon die ersten Bewegungen einzustudieren. Neben mir waren noch sieben weitere ausländische Studierende beteiligt, wobei eine moldawische Studierende und ich gemeinsam ein Liebesduett aus einer Oper aufführen sollten, und die restlichen Studierenden jeweils solo bekannte Stücke aus verschiedenen chinesischen Operngenres einstudierten.

Am Ende dieser Probe bekamen wir die uns in Begeisterung versetzende Nachricht: Das Shanghaier Orientalische Fernsehen wird uns für Ende des Monats einladen in die Mandschurei zu fliegen, um dort im Rahmen der Voraufzeichnung einer Silvestershow von zwölf regionalen Fernsehsendern als Shanghaier Beitrag unsere Künste zum Besten zu geben.

Mit entsprechender Beigeisterung gingen die weiteren Proben vor sich und schon drei Wochen nach der ersten Probe saßen wir alle im Flieger der Ostchinesischen Fluggesellschaft. Obwohl das natürlich ein Inlandsflug ist, entspricht der Flug von Shanghai nach Shengyang ungefähr der Strecke Triest - St. Petersburg. Dementsprechend haben wir uns vor der Reise in den hohen Norden auch mit Thermounterwäsche und warmen Pullis ausgestattet. Schon beim Ausstieg nach dem zweistündigen Flug konnten wir feststellen, dass sich diese Investitionen lohnen sollten. Shengyang hatte Ende November nämlich schon Eis, Schnee und minus 15 Grad Kälte zu bieten, sodass mir als braven Österreicher gleich nach Eislaufen und Skifahren zumute war.

Im Hotel angekommen durften wir zu unserer Freude feststellen, dass sich das Shanghaier Orientalische Fernsehen in keiner Hinsicht lumpen ließ und so wurden für uns acht Studierenden mit vier BegleiterInnen gleich einmal gut zwanzig verschiedene regionale Gerichte aufgetischt. Zu unserer Ehre waren an unserem Tisch auch noch chinaweit bekannte OpernsängerInnen vertreten, sodass sich unsere Runde auf 15 Personen ausdehnte.

Nach diesem ritterlichen Mahl konnten wir unsere Zimmer beziehen, die uns einen ersten Ausblick auf den nordasiatischen Charme dieser Stadt gewährten. Mit "nordasiatischen Charme" meine ich eigentlich, dass ich mir so immer schon eine sibirische Industriestadt vorgestellt habe, also sehr grau, kalt und mit Ostblock-typischen Plattenbauten. Das Hotel war aber sehr angenehm und auch über die Zimmer konnten wir uns keineswegs beschweren.


 
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