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Wie patriotisch sind deutsche Unternehmen?   guter beitrag schlechter beitrag
Philipp
03-mär-06
Deutschland

Der Fraktionsvorsitzende der SPD Peter Struck kritisiert die Wirtschaft.
Deutschen Unternehmen fehle es "nationalem Verantwortungsbewusstsein".

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,404035,00.html

Mich interessiert Eure Sicht als Deutsche im Ausland:

Wie national sind Eure Unternehmen?

Gibt es ein "nationales Verantwortungsbewusstsein"?

Ist nationales Verantwortungsbewusstsein in den Zeiten der Globalisierung nicht mehr zeitgemaess?

Vielen Dank fuer Eure Antworten
 
 
aw: Wie patriotisch sind deutsche Unternehmen?   guter beitrag schlechter beitrag
de babba
03-mär-06
Meinereiner assoziert mit Deutschland und deutsch nur negatives.
Bin deutscher, habe aber WFOE in Beijing.
Ich finde es sowas von scheisse, wie sich die meisten Deutschen hier benehmen.
Mein Unternehmen jedenfalls ist eher chinesisch als deutsch. Der Erfolg gibt mir recht. wenn ich in China was machen will, dann sollte es auf die chinesische Art sein.
Ich finde allgemein, dass die deutschen Unternehmen nicht weit genug ueber den eigenen Tellerrand hinaussehen. das gilt auch fuer die meisten Expats hier. Die sitzen in ihren suendteuren Copounds und haben nicht die geringste Ahnung von Land und Leuten.

Ich koennte mich jetzt noch ewig weiter echauffieren, aber ich muss auch noch ein wenig arbeiten.
 
 
aw: Wie patriotisch sind deutsche Unternehmen?   guter beitrag schlechter beitrag
Los Campos
03-mär-06
Hohe Arbeitslosenzahlen, Vogelgrippe, Angela Merkel bekommt gute Umfragewerte, der oeffentliche Dienst streikt: Mal wieder Zeit fuer eine Patriotismusdebatte. Und die kommt ausgerechnet von Leuten, die schon lange keinen Bezug mehr zum realen Leben haben. Kritische Stimmen z.B. zur Zuwanderung werden als "Stammtischpopulismus" abgetan, von "schmerzhaften Reformen" wird nur geredet und in der naechsten Laenderkonferenz werde Beschluesse wieder so zerhackt, dass noch nicht mal ein Refoermchen dabei heraus kommt. Aber bei den naechsten Diaetenerhoehungen ist man sich wieder einig. Und ausserdem war es damals rot-gruen die die Unternehmensbesteuerung massgeblich mit fast gegen Null gefuehrt hat, um "den Standort Deutschland zu staerken". Und jetzt jammert man ueber Firmen die im Ausland das Geld verdienen. Ist irgendwie so als wenn ich meinem Kind ein Feuerzeug in die Hand druecke und es nachher ohrfeige weil es die Tischdecke angezuendet hat...

Buchtip: "Deutschland - Abstieg eines Superstars" von Gabor Steingart.
 
 
aw: Wie patriotisch sind deutsche Unternehmen?   guter beitrag schlechter beitrag
F.
03-mär-06
@ de baba

Thema verfehlt- 6- setzen... übrigens ist dein gejammer sehr sehr deutsch...

Zum Artikel im Sprudel:

Populistischer gehts fast nimmer, die Bild Zeitung ist ja fast schon eine seriöse Zeitung gegen so ein Gewäsch.

Zum Thema selbst:

Irgendwann wird man auch in Dland begreifen, dass man schön säuberlich zwischen Besteuerung, Unternehmensgewinnen und Arbeitslosigkeit unterscheiden muss... Hängt zwar irgendwie alles miteinander zusammen, sollte aber zum besseren Verständnis separat betrachtet werden

Steuern/ Steuersystem

Wenn man sich zu einer radikalen Vereinfachung des Abgabesystems durchringen könnte, wäre die Besteuerung von Unternehmen überhaupt kein Thema mehr... Kann man aber nicht, denn letzenendes stünden dann ja (auch) massiv öffentliche Angestellte vor der Entlassung

Unternehmensgewinne

Niemand wird bestreiten wollen, dass es in der freien Wirtschaft wirklich fair zugeht... Das ist überall auf der Welt so, das kann man populistisch ausschlachten, ändern wird das gar nichts. Wer Gewinne macht, WEIL er Mitarbeiter entlässt, wird sich stets für diesen Weg entscheiden... Ausnahmen bestätigen die Regel und wer was anderes behauptet, ist auf die schlauen PR-Onkel und Tanten hereingefallen...

P.S. Diese Phänomen ist aber nun wirklich ein alter Hut.

Arbeitslosigkeit

Ich behaupte: Wenn man in Dland aufhören würde, sich streng nach Berufsgruppen und Unterberufsgruppen und Unterunterberufsgruppen abzuschotten und ein wenig flexibler auf Veränderungen reagieren würde, wäre die Arbeitslosigkeit schon ein massives Stück gesenkt... Man nennt das wohl Strukturwandel... Abbau von Massenfertigung hin zu mehr Forschung, Entwicklung und Dienstleistung...

Rolle der Politk

Bindeglied sein... Bürokratie abbauen, unsinnige Reglementierungen streichen, Abgabe und Vergabeordnungen straffen und transparenter machen, sich nicht ständig auf faule Kompromisse mit Interessensgruppen von allen möglichen Seiten einlassen... usw usf.
 
 
aw: Wie patriotisch sind deutsche Unternehmen?   guter beitrag schlechter beitrag
Los Campos
03-mär-06
Patriotisch finde ich das was SAP gemacht hat (siehe mein Post "Huch, die wollen keine Gewerkschaft"). Man hat sich FUER die Weiterfuehrung der flexiblen Strukturen und GEGEN ein Eingreifen der Gewerkschaft, die womoeglich noch wegen nicht im Arbeitsvertrag garantierter Fruehstueckpausen den Streik ausgerufen haette, entschieden. Auch handelt ein Unternehmer patriotisch der sagt: "Ihr koennt einen Betriebsrat haben, aber seid euch bewusst, dass ihr damit der Jobauslagerung nach China einen Schritt entgegen geht". Viele Sozialschwaermer haben einfach noch nicht begriffen, dass ein Sozialstaat nicht als Firewall gegen die Globalisieuerung taugt. Ich habe da etwas grossartiges aus der Rezension zu Meinhart Miegel's Buch "Die deformierte Gesellschaft" auf Amazon.de gefunden:

"Wo er Recht hat, hat er Recht! Es ruhig angehen lassen oder ein Weilchen abseits stehen ist hier zu Lande tatsächlich keine Schande; nur das Notwendige tun, sich bloß kein Bein ausreißen und die Drecksarbeit den Türken überlassen: eine weit verbreitete Haltung. Lieber mit dem neuen Wagen in den Urlaub, als das Geld auf die hohe Kante -- man gönnt sich ja sonst nichts. Und seine Zustimmung zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung auf dem Lohnzettel oder der Rentenbescheinigung honoriert sehen zu wollen, ist doch legitim. Unbarmherzig hält uns Meinhard Miegel in seinem Buch Die deformierte Gesellschaft den Spiegel vor und beschreibt, Wie die Deutschen ihre Wirklichkeit verdrängen."
 
 
aw: Wie patriotisch sind deutsche Unternehmen?   guter beitrag schlechter beitrag
F.
03-mär-06
@ Los Campos
zu Miegel: Da spricht einer, der die Rente durch hat, wie man so sagt... :)

Fakt ist: WAS in Dland passieren muss, ist hinlänglich bekannt (z.T. seit 35 Jahren), umgesetzt wird es leider nicht oder unzureichend

Was das ganze mit Patriotismus zu tun hat, entzieht sich meiner Kenntnis... Sind Gewerkschaften nicht patriotisch? Wie wäre die Situation einzuschätzen, wenn SAP den Standort dennoch schliessen würde? Wäre das dann ein Attentat auf Dland, ein vaterlandsloser Akt? Ich finde solche Begriffe hoffnungslos übertrieben, v.a. im Zusammenhang mit global agierenden Unternehmen der Grösse SAPs
 
 
aw: Wie patriotisch sind deutsche Unternehmen?   guter beitrag schlechter beitrag
YZD
03-mär-06
@ Philipp, Los Campos, F. et al.

Leider haben wir die Regierung, die wir gewählt haben und es wurden die gewählt, die zur Wahl standen. Wenn wir alle einige Jahre verschärfte Realität in China hinter uns haben und eines Tages nach D zurückkehren sollten, was machen wir dann? Vergraben wir unseren Schatz an Erfahrung am Ostseestrand oder gehen wir damit auf die große Bühne und holen uns fürchterlich blutige Nasen? Es wäre immerhin ein Versuch ex oriente lux. Vielleicht geht dann in D ein Licht auf?
YZD
 
 
aw: Wie patriotisch sind deutsche Unternehmen?   guter beitrag schlechter beitrag
Los Campos
03-mär-06
@ F.

Ok... ich haette meinen post mit "Wenn wir schon mit so einem inflationaer benutztem und relativ inhaltslosem Begriff wie Patriotismus arbeiten, das wuerde ICH das was bei SAP passiert ist als patriotisch bezeichnen" einleiten sollen.

Gewerkschaften sind insofern nicht patriotisch, da sie um die BRD eine grosse Mauer ziehen und ignorieren dass ein Chinese mit 400 Euro und ohne Tarifblabla auch gluecklich ist. Gluecklich ueberhaupt einen Job zu haben um so am Konsum aktiv teilhaben zu koennen. Und dass sich Unternehmer vor lauter Auflagen gar nicht mehr frei bewegen koennen und Mitarbeiter mit schlechter Leistung nicht ohne weiteres feuern koennen, wird auch ad acta gelegt. Man muss sich mal vorstellen: Hier in China z.B. waechst eine Riesengefahr fuer uns heran und was ist die Reaktion? Ein Streik weil 18 Min. mehr gearbeitet werden soll...

Dass Miegel mit Vorsicht zu geniessen ist ist mir durchaus klar. Aber mit dem was er in dem o.g. Zitat sagt hat er nunmal recht. Wie sagt Muttern immer: "Erst wenn die Deutschen (wieder) 2 Stunden fuer ein Brot anstehen muessen kommen sie von ihrem hohen Ross runter und begreifen was los ist - aber dann ist es zu spaet".
 
 
aw: Wie patriotisch sind deutsche Unternehmen?   guter beitrag schlechter beitrag
F.
03-mär-06
@ LC

Hast Recht, allerdings:

"Hier in China z.B. waechst eine Riesengefahr fuer uns heran und was ist die Reaktion?"

Eben das ist ja nicht richtig... Dland wird niemals mit einem Land wie China konkurrieren können, wenn es um Löhne, Vorschriften (zumindest die, die umgesetzt und eingehalten werden) usw. angeht... Eher ist so, dass die Gewerkschaften die Augen zu machen und so tun, als könne man den "Kampf" um Arbeitskräfte mit Schwellenländern gewinnen... Das kann man nicht. Was man tun kann, ist die deutschen Arbeitnehmer darauf vorzubereiten, dass sie in Zukunkt weniger produzieren, dafür mehr entwickeln, forschen und technisch komplexe Aufgaben übernehmen... Oder halt unkompliziert und günstig, Dienstleistungen anbieten können (Stichwort: Handwerksordnung, Meisterzwang... Zustände wie im Mittelalter) Billig fertigen kann man ja in Dland schon lange nicht mehr.

Aber das wird eben nicht getan... Anstatt zu sagen: "Ok, unser Bildungssytem bedarf einer grundlegenden Reform, das Steuersytem muss sich massiver Vereinfachung unterziehen und die sozialen Sicherungssyteme müssen weg von einem Umverteilungssystem basierend auf aniken demografischen Projektionen zu mehr Eigenvorsorge der Bürger, etc pp. lügt man sich selbst was in die Tasche und belässt es bei vielen guten Worten und hangelt sich von Reförmchen zu Reförmchen--

Insofern hast Du vollkommen Recht: Den Deutschen geht es anscheindend immer noch gut genug, dass die meisten nicht bereit sind, massive Veränderungen mitzutragen... Sieht man ja auch am letzten Wahlergebnis:

Reformen immer gerne, aber bitte nicht bei mir...
 
 
(thread closed)

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