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Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
HumphreY
07-aug-05
Heute ist ja Gedenktag für die Atmobombenopfer von Hiroshima und Nagasaki.

Es ist schon unglaublich, wie naiv und unmenschlich man damals war. Sicherlich hat die Kriegsmüdigkeit ihren Anteil dazu beigetragen, dass die Hemmschwelle zum Einsatz der beiden Atombomben so einfach überwunden wurde. Aber an Grausamkeit steht die zerstörische Absicht meiner Meinung nach den Greutaten der Nazis in nichts nach. Es stimmt wohl, dass die Geschichte von Siegern geschrieben wird. Die Rechtfertigung, dass dadurch der Krieg verkürzt wurde, ist eine der unverschämtesten Ausreden der Geschichte, die ich kenne.

Egal was die Japaner im 2. Weltkrieg an Greutaten verübt haben sollen, so eine "Bestrafung" hat niemand verdient. Kann fast schon verstehen, dass manche Japaner sich als Opfer fühlen, wenn über den zweiten Weltkrieg gesprochen wird. Die Erinnerungen an den Krieg verblassen mit der Zeit aber der langsame Verfall der Strahlungsopfer ist bis heute präsent.
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
infinitesimal-iq
07-aug-05
"Kann fast schon verstehen, dass manche Japaner sich als Opfer fühlen, wenn über den zweiten Weltkrieg gesprochen wird."

Klar, und die Deutschen duerfen sich dann auch als Opfer fuehlen, wegen Dresden, der Vertreibung aus den ehemals ostdeutschen Gebieten etc. Genau so startet man eine Verharmlosungsdebatte. Aufrechnen der Schuld, hoert man immer wieder gerne von Neo-Nazis.

Du Spassvogel. Das ist einer Deiner besten "humor" postings bisher. Na gut, dann bin ich auch mal lustig. Lass mal brainstormen was wohl heute waere, wenn die Dinger nicht gefallen waeren...

-Shanghai haette vernuenftige Nissan und Toyota Taxis statt der low-quality JV Santanas

du bist dran.
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
HumphreY
07-aug-05
"Klar, und die Deutschen duerfen sich dann auch als Opfer fuehlen, wegen Dresden, der Vertreibung aus den ehemals ostdeutschen Gebieten etc. Genau so startet man eine Verharmlosungsdebatte. Aufrechnen der Schuld, hoert man immer wieder gerne von Neo-Nazis."

Es gibt bezogen auf den zweiten Weltkrieg wohl kaum Sieger. Jeder war Opfer. Verharmlost wird dadurch doch nichts, wenn man allgemein solche kriegerische Gewalttaten verurteilt. Ich persönlich finde es wesentlich schlimmer, wenn Menschen immer noch die "Auge um Auge, Zahn um Zahn"- Mentalität an den Tag legen.

"Lass mal brainstormen was wohl heute waere, wenn die Dinger nicht gefallen waeren..."

Es ist genau die Art von Denken, die ich für sinnlos halte. Es nützt keinem (den Toten am wenigsten) solche fiktive Rechnungen anzustellen. Jegliche Art von Massenvernichtung ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dass die Verantwortlichen dafür nicht zur Verantwortung gezogen wurden, liegt einzig allein daran, dass Verbrechen im Namen der Gerechtigkeit immer noch verharmlost wird. Das sieht man sehr gut in der aktuellen Terrorbekämpfungspolitik, wo man sich bereitwillig (ohne große Widerspruch der Öffentlichkeit) auf das selbe Niveau begibt wie die Terroristen. Genau das passierte auch vor genau 60 Jahren.

"-Shanghai haette vernuenftige Nissan und Toyota Taxis statt der low-quality JV Santanas"

Da hat wohl jemand in der Geschichtsunterricht nicht ganz aufgepasst. Das von Dir angedeutete Zukunftsszenario wäre zum damaligen Zeitpunkt auch ohne den Atombombenabwurf nicht mehr denkbar.
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
Derdichdurchdenwolfdreht
07-aug-05
Vielleicht hilfts ja:

http://www.stern.de/politik/ausland/index.html?id=225507&q=enola%20gay

http://www.stern.de/lifestyle/leute/index.html?id=543792&q=enola%20gay
 
 
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kleiner Prinz
07-aug-05
?hm. Hier ein paar interessante Ansichten (?mal keine Bilder und schreckliche Beschreibungen):

http://www.zeit.de/2005/32/Atombomenabwurf

?hab? gestern im chat ein wenig Pruegel bekommen, weil ich auch eine ?Mitverantwortung der Deutschen? sehe (ohne amerikanischer Angst vor dtr. Bombe waere das ?Manhattan-Projekt? nicht so energisch vorangetrieben worden und wenn keine Bombe ? kein Bumm?).

Jaja, es gab ein faschistisches Japan, einen amerikanischen Praesidenten Truman, das Potsdamer Ultimatum, einen ?anderen Bruder Eichmann?, der ?nur seine Pflicht tat?. Denke ich an Mr. Tibbets, habe ich das Buch ?Bruder Eichmann? von Heiner Kipphardt im Kopf). Und es gab auch eine zweite Bombe auf Nagasaki, ich weiss ja. Spreche hier von Ursachen und Konstellationen. Und es gibt immer Parallelen und Analogieen die es eines Tages doch moeglich erscheinen lassen, das eine dritte Bombe faellt. Egal ob ?terroristisch?, oder ?staatlich legitimiert?.

Bin z.B. sehr auf den neuen Spiegel Titel von Montag gespannt: ?China gegen USA; Kampf um die Welt von morgen?.

Zieht da ein neuer kalter Krieg auf ? Was ist mit den Mittelmaechten, die sich (neu) positionieren muessen ? Kommt die neo-transatlantische Allianz durch Merkel, oder kann Schroeder seine ?neue Ostpolitik? in Richtung Moskau und Peking fortsetzen ?

Und wozu lagern in D. immer noch Dutzende von Atomwaffen ?
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
Xenophanes
07-aug-05
Hier noch zwei weitere interessante Artikel aus der "Telepolis".

"Manche Japaner sprachen von der "christlichen Bombe""
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20564/1.html

"Die US-Legende über Hiroshima und Nagasaki"
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20565/1.html

Man kann sich auch die Artikel in Wikipedia noch anschauen,
obwohl die je nach Land verschieden gefärbt sind.
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
Saiber
07-aug-05
Japaner sehen sich gerne als Opfer aber vergessen auch des oefteren, dass sie den Krieg angefangen haben. (Wenn die Situation andersrum gewesen waere, haette der Tenno keine Sekunde gezoegert seine Feinde zu vernichten).
Es war ueberhaupt der groesste Fehler der Menschheit die wissenschaftlicher Errungenschaft "Spaltung des Atoms" zum Bau von Waffen zu missbrauchen, wenn man bedenkt welche Gefahren wir heute entgegentreten muessen. Aber damals stand man vor einer anderen Wahl.

Es hiess auch dass sie bis zum letzten Mann gekaempft haetten um Tokyo vor den Allierten zu schuetzen. Sie wollten nicht bedingungslos kapitulieren. Das haette wiederum hunderte tausend Soldaten das Leben gekostet. Im Tokyos Bombenhagel starben ueber 100 000 Menschen. Mehr als bei der Zuendung der Atombombe.
Viele asiatische Laender (unter anderen am meisten China) waren sogar froh dass die Amis die Bombe eingesetzt haben. Das hat den Krieg, das morden, die Genozide an der eigenen Bevoelkerung beendet. Das ist Fakt.
Das ist Krieg. Im Krieg heisst es, entweder du oder ich. Da gibt es nichts dazwischen. Heute sehen wir es natuerlich anders. Viele heute haben Kriege selbst nicht mehr miterlebt, wissen nur aus den Geschichtstunden darueber. Aber wer mal mit eigenen Augen das gesehen hat, wuenscht sich das am naechsten Morgen alles vorbei sein wird. Das es aufhoert. Egal wie...

Es ist wichtig heute Kriege zu vermeiden. Diplomatie bis aufs letzte auszuschoepfen, denn wir alle wissen, der jetzige "erwachsene" Mensch verhaelt sich im Krieg immer noch wie ein kleines Kind mit einer Pistole in der Hand. Damit meine ich auch den Umgang mit "Wissenschaftlichen Errungenschaften".
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
Derdichdurchdenwolfdreht
07-aug-05
Aussere Einfluesse veraendern Menschen. Als ich vor Jahren in ein anderes Land kam, konnte ich ueberhaupt nicht verstehen, warum Menschen lauthals lachen, wenn andere vom Fahrad stuerzen und benommen am Boden liegen, anstatt zu helfen. Nur z.B.. Also ich habe mich gewaltig veraendert, ausgeloest durch die ausseren Umstaende.

Ergo ist es fuer diejenigen, die nie einen Krieg erlebten, so wie ich, unmoeglich sich in eine solche Situation hinein zu versetzen. Aber ich denke, sollten wir in eine solche Situation kommen, wuerden wir uns wohl selber nicht mehr wiedererkennen. Gerne wuerde ich mich mit direkt Beteiligten unterhalten, ich denke wir koennten viel von ihnen lernen.

Da gabs mal vor einiger Zeit einen interessanten Film ueber Kamikaze Piloten, also Interviews von Beteiligten !! Und oh staun staun, das waren ja gar nicht die fanatischen todesmutigen Killer, wie uns immer dargestellt wurde und wird.

Was so in den Medien an Wahrheiten verbreitet wird, ist halt nicht die Wahrheit der einzelnen Individuen, es ist halt die Wahrheit, wie sie sein soll.

Und genauso wird jetzt der 60 Jahrestag verbracht. Anstatt die eigentlichen Gruende zu suchen, zieht man sich den Schuh des Opfers an und schiebt der Gegenseite die Schuld zu, und dies nach 60 Jahren.

Wieder nichts dazu gelernt.
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
HumphreY
07-aug-05
@Saiber

also dass die anderen asiatischen Staaten froh waren, dass die Bomben gefallen sind, ist ja klar (auch wenn in Hiroshima und Nagasaki auch viele koreanischen Zwangsarbeiter getötet wurden). Aber die Arguementation der Krieg hätte sonst viel länger gedauert und es hätte mehr Blut vergossen (vor allem auch andere, nämlich amerikanische) ist für mich unter diesem Umständen nichts weiter als Gewissensberuhigung der Siegermächten (allen voran der USA).

Wir heute schauen gerne auf die Kriegsbeteiligten von damals herab. Dabei werden die Menschen im Krieg quasi als primitive Tiere betrachtet, die nichts anders können als sich zu zerfleischen. Auf dieser Weise zeigen wir teilweise auch implizit Verständnis für die Greutaten, die unter dem Deckmantel von Kriegen begangen wurden. Ich halte das für falsch. Selbst im Krieg gibt es moralische Grenzen. Heute wie auch damals während dem zweiten Weltkrieg.

Ich weiss nicht, ob die Menschen vor 60 Jahren weniger rational waren. Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen. Zermürbt und kriegsmüde man waren vielleicht die Frontsoldaten, aber sicherlich nicht ein Truman oder sonstige Entscheidungsträger, die in ihren gediegenen Büros hocken und für den Bombenabwurf verantwortlich sind. Klar tun sie es so, dass sie die Entscheidung unter den gegebenen Situation gar nicht anders hätte treffen können und dass sie das alles für die Menschheit getan haben. Aber die Frage war damals wie auch heute, rechtfertigt die wage Hoffnung auf ein Kriegsende die Tötung von soviel Zivilisten mit einem Schlag? Heute wissen wir natürlich, dass es "funktioniert" hat. Aber wenn wir jetzt genauso denken würden, würden wir paar Atombomben auf Afghanistan werfen, mit der wage Hoffnung, dass die Taliban sich ergeben. Dass die Beendigung des Krieges durch die Atombomben nur eine Hoffnung war, das waren den verantwortlichen damals auch schon bewußt. Japan hat ja wohl kaum gesagt "werft die Atombomben und wir kapitulieren dann".
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
HumphreY
07-aug-05
Das Protokoll der Genfer Konvention liest sich wie ein einziger moralischer Lernprozess der Menschheit im Kriegfall. Dass der Artikel über den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten erst 1950 in Kraft getreten ist, ist eigentlich schon eine Schande.
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
Player2
07-aug-05
@h
da haben wir ja all maechtig pech gehabt, dass du damals nicht schon gelebt hast und fuer uns die welt verbessern konntest. druck dir das mal aus und les' mal in ein paar jahren was du da schreibst. solltest du erschrecken, dann weisst du, dass du schlauer geworden bist.

"Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen."
ganz genau, also spiel dich auch nicht auf.

"Zermürbt und kriegsmüde man waren vielleicht die Frontsoldaten, aber sicherlich nicht ein Truman oder sonstige Entscheidungsträger, die in ihren gediegenen Büros hocken und für den Bombenabwurf verantwortlich sind."

so kann nur jemand daher sabbeln der noch nie in seinem leben verantwortung getragen hat. als oberbefehlshaber der streitkraefte eines landes in einem weltkrieg schlaeft niemand ruhig. hast du jemals in einer streitkraft gedient? hast du jemals personal gefuehrt?
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
HumphreY
07-aug-05
@Player2

Die Verantwortlichen für den Atombombenabwurf waren keine Militärs sondern Politiker. Die eigentlichen Befehlshaber am pazifischen Kriegsschauplatz wußten zum Teil gar nichts vom Projekt, so geheim wurde die Mission gehalten.

Ich gebe Dir insofern Recht, als dass man ohne Zeitzeuge gewesen zu sein, nicht vollständig nachvollziehen kann, was damals wirklich für eine Stimmung herrscht. Gut möglich, das ich hier auch die Situtation aus einer Sicht betrachte, die damals nicht nachvollziehbar war. Dennoch finde ich, dass es zeitlos bestimmte moralische Grenzen gibt, die der Mensch nicht überschreiten darf. Und diese wurden damals eindeutig überschritten. Ich finde es einfach nur traurig, dass hier mit zweierlei Maßstäben gemessen wird.
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
Saiber
08-aug-05
@Humphrey

Es soll im Krieg Regeln geben, ja, aber wer haelt sich dran oder wer ist in der Lage sich dran zu halten? Es ist auch keine Frage, dass die Genver Konvention jedem heutigen Soldaten gelaeufig ist und Offiziere geschult werden bei Moralfragen strikt nach dem Regelbuch zu handeln, aber in Faellen und Umstaenden trotz bester Ausbildung wird schon mal das Regelbuch vergessen. Angefangen beim kleinen Soldaten trotz Gehorsamspflicht weiter in der Befehlskette zum Offizier bis zum Obersten Befehlshaber.

Es soll nichts enschuldigt werden. Der Atombomben Abwurf war aus heutiger Sicht ein Fehler. Du wirst von mir da keine Einwaende hoeren. Aber damals stand man vor einem anderen Problem und man hatte auch eine andere Sichtweise. Desweiteren im Bezug auf die Atombombe, nicht mal die Wissenschaftler selbst, die Vaeter der Atombombe, waren sich selbst bewusst was ihre Errungenschaft wirklich anstellte. Manche haben es erahnt manche einfach leichtfertig ignoriert. Sie waren unter Zeitdruck und am Ende, nach der Kapitulation der Nazis, lapsig.
Bis heute hatten wir ca. 60 Jahre Zeit gehabt zu untersuchen und analysieren und das Ergebnis ist, es war ein grosser Fehler der Menscheit. Aber damals? Desweiteren, wenn du die Wahl haettest zwischen Opfern in deinen Reihen oder in der des Feindes, wie wuerdest du dich entscheiden?
Du hast Recht, im Krieg zaehlt Menschenleben nichts, nur der entscheidende Fakt des Sieges. Und wenn eine Atombombe, (H-Bombe heute als letzte Mittel) den Sieg versprechen kann ohne weitere Opfer in deinen Reihen...?
Ausserdem, fuer mich gibt es da eigentlich keinen besonderen Unterschied in einem Bombenhagel (konventionellen Bomben) umzukommen oder durch eine Atombombe pulverisiert. In beiden Faellen sterben Menschen, was auch der Sinn der Toetens ist und in KEINEM Krieg, so sauber er auch gefuehrt wird, wird dir ein Oberbefehlshaber eine Garantie geben, dass nicht ein einziger Zivile unschuldig und nicht beteiligt sein Leben verliert.
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
Saiber
08-aug-05
Heute gibt es andere Mitteln einen Krieg zu gewinnen. Mit Diplomatie und Wirtschaftsembargos und die weltweite Globalisierung traegt ihren Anteil daran, dass auch die Laender von einander abhaengig werden und Wirtschaftssanktionen wirken wie Gewehrschuesse.

"Japan hat ja wohl kaum gesagt "werft die Atombomben und wir kapitulieren dann"

Wenn Japan gewusst haette, dass die Amis die Atombombe werfen wuerde (welche Bombe sie nicht besassen), dann haetten sie kapituliert. Zumindest der Tenno. Wenn die Nachricht von Hiroshima rechtzeitig ins Hauptquatier des japanischen Militaers und dann zum Tenno gelangt waere, haetten sie auch den Abwurf der Bombe ueber Nagasaki verhindern koennen, aber wie man heute weisst, kam die Nachricht von der Zerstoerung Hiroshimas 5 Tage zu spaet an. Der Tenno stand vor der Wahl ueber die voellige Vernichtung seines Volkes oder erniedrigende Kapitulation. Er hat sich fuer das letztere entschieden. Wer wuerde das nicht in Anbetracht der Umstaende.
Heute weisst man, auch die fanatischen Muslime, dass keiner es wagt diese Bombe einzusetzen ergo keiner der Erste sein will. Deshalb verliert langsam der Fakt, Atomwaffen zu besitzen seine abschreckende Wirkung. (ich hoffe nur dass das kein Grund fuer eine Trotzreaktion sein wird). Ein Bin Laden wirft seine Sprueche nur, weil er weiss dass die Amis sowieso nicht in der Lage sind den Krieg bis aufs letzte gegen ihn zu gewinnen.

@Humphrey
Moralische Grenzen im Krieg? Ein ganz guter Verweis, der richtig dazu passt. Schaue dir nochmal ST DS9 Dominion Krieg an. Wir sehen eine Federation mit all den noblen Werten. Wenn sie aber mit dem Ruecken zur Wand steht, dann sind diese Werte nur etwas in Friedenszeiten. Im Krieg werden die Regeln und noblen Werten gebeugt. Nur mal als Beispiel.
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
Saiber
08-aug-05
@Humphrey
Was vergessen. Es waere besser gewesen wenn man damals einpaar japanische Beobachter eingeladen haette bei der ersten Testzuendung der A-Bombe, wie es auch vorgeschlagen wurde. Da bin ich deiner Meinung.
Aber auch damals war "Betriebspionage" ein Thema. Wir wissen nicht was dann wirklich geschehen waere. Man kannte nur das Bild der boesen Harikiri Japaner. Wer haette gedacht, dass sie auch kapitulieren koennen, nachdem sie nur Jahrhunderte lang gesiegt hatten?
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
Godfather
08-aug-05
Auch ich muss dir da etwas wiedersprechen, auch wenn wir grundsätzlich die gleiche Haltung haben: "Kein Mensch sollte wegen eines Krieges umkommen."

Als ich beim Bund war, bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass ich mich eher wegen Fahnenflucht ins Gefängnis schmeißen lasse, als wegen irgendwelcher Ideen sogenannter politischer Führungskräfte in den Krieg zu ziehen. Was gibt denen da oben das Recht mein Leben einzusetzen? Vor allem wenn es ein Angriffskrieg ist.

Ich kann verstehen, dass die ganzen Rechtfertigungen nur fadenscheinig wirken. Man muss aber auch die damaligen Umstände berücksichtigen. Die Welt wirkte einige Jahre am Abgrund, die Gesellschaft war noch lange nicht so individualisiert wie es heute ist, es gab noch keine Erfahrung mit der Bombe unter Einsatzbedingungen usw usf.

Neben der Begründung, dass diese neue Waffenforum eingesetzt wurde, um die amerikanischen "Humanressourcen" nicht noch weiter zu strapazieren, waren die beiden Abwürfe auch Tests unter realen Bedingungen. Die beiden Städte Hiroshima und Nagasaki wurden in den vorangegangenen Monaten nicht bombadiert, um nach Abwurf DER Bombe das tatsächliche Potential bzw. die Zerstörungskraft feststellen zu können.

Auf sehr perverse Art und Weise, sollten wir froh sein, dass damals diese beiden Bomben gefallen sind. Die Menschheit konnte sich ein Bild davon machen und die Tatsache, dass es bei den zwei Abwürfen geblieben ist, zeigt doch, dass die Menschen gelernt haben. Wäre 10 oder 15 Jahre später das erste Mal eine Bombe hoch-, dann wäre die Welt damit auch untergegangen, weil die USA und UDSSR einen Technologietransfer der perfiden Art und Weise vorgenommen hätten, bis alle Interkontinentalraketen weg wären.

Man darf auch nicht vergessen wie stark sich die USA engagiert haben und wie der Angriff auf Pearl Harbour die amerikanische Seele erschüttert hat. Im Krieg ist nicht angebracht die andere Wange hinzuhalten, sondern doppelt zurückzuschlagen.
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
Godfather
08-aug-05
So wie ein großer Bang den Krieg für die USA begonnen hat, so haben zwei noch gewaltigere Bangs den Krieg beendet. Ich glaube in der damaligen Situation hätte wohl kaum jemand anders als US-Präsident reagiert. Man darf nicht vergessen, dass die USA in den Krieg gezogen wurden. Da stellt sich nicht die Frage ob man jemanden Angreifen soll oder nicht, sondern nur noch wie kann ich den Krieg so gut wie möglich gewinnen. Mangelnde Erfahrung mit der Bombe tut da ihren Rest.

Im übrigen finde ich die Sichtweise, dass mit dem Einsatz der beiden Bomben viele amerikanische Soldaten nicht sterben mussten auch für "logisch". Die USA haben so viele Soldaten in Asien UND Europa eingesetzt, dass es doch verständlich ist, dass man nicht mehr den vermeindlich moralischen Weg geht, sondern den "totsicheren", in diesem Fall den sicheren Tod bringenden.

Und wenn du so argumentierst, dass der Abwurf von Atombomben moralisch sei, stellt sich bei mir automatisch die Gegenfrage ob denn der Abwurf einer konventionellen Bombe moralischer ist? Ich finde Krieg gänzlich unmoralisch. Da ist es egal, ob die Bombe unmoralischer ist.

Es wäre schön gewesen, wenn es einfach keinen Krieg gegeben hätte. Das es soweit kam, ist aber nicht alleinige Schuld der USA. Diese hätten die Bomben ja nicht einfach so abgeworfen.

Zaijian
Godfather
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
Godfather
08-aug-05
@Saiber,

ich sehe schon, dass wir da eine sehr deckungsgleiche Meinung und Einschätzung der Dinge haben.

Man muss bei der Bewertung solcher Sachen immer versuchen system- oder zumindest epochenimmanent zu beurteilen und nicht aus heutiger Sicht. Zumindest wenn man ein Erklärung haben möchte. Die heutige Sichtweise ist wiederrum gut, um daraus die Schlüsse zu ziehen.

Du sagst, dass der Besitz von Atomwaffen seine abschreckende Wirkung verliert. Nein, im Gegenteil. Gerade der Besitz von Atomwaffen hält die Welt in einem absurden Gleichgewicht. Korea und Iran wollen die Bombe doch nicht, um damit anzugreifen, sondern nur um sich vor Angriffen abzusichern. So hat der "Befreiungskrieg" im Irak nicht nur zu einer langen Bombenserie geführt, sondern auch zu einer weitern Aufrüstungsphase.

Zaijian
Godfather
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
Saiber
08-aug-05
@Godfather

Hier gehts nicht um Moral. Es war auch nicht meine Absicht irgendwie eine moralische Begruendung fuer den Abwurf der Bomben zu finden. Es ging mir nur darum, dass man im Krieg alles einsetzt was man zur Verfuegung hat um als Sieger hervorzugehen oder sich zu verteidigen um nicht unterzugehen. Man hatte die Atombombe bereit, zur Verfuegung und es sprach nichts grosses dagegen sie einzusetzen (Mangel an Erfahrungsforschung). Moral und Menschlichkeit hoert da auf wo Krieg anfaengt. Wenn die Waffen anfangen zu sprechen, besonders neue unerforschte Waffen.
Nagasaki war nicht mal als primaeres Ziel vorgesehen. Nagasaki wurde dem Erdboden gleich gemacht nur weil man keinen Sprit mehr hatte. Das ist die groesste Tragoedie und eine "moralische Begruendung" fuer diese Zerstoerung von Menschenleben zu finden ist unmoeglich wie eigentlich im Grunde jede Zerstoerung von Leben.
 
 
aw: Fat Man and Little Boy   guter beitrag schlechter beitrag
Saiber
08-aug-05
Mit dem Verlust Abschreckung meine ich, dass heute im Grunde jeder weiss, dass es eine gewisse Hemmschwelle gibt Wasserstoff Bomben im Falle eines Krieges einzusetzen. Auch Dank der Aufklaerung und Filmen wie "The Day After". Man ist sich bewusst, dass bei einem Atom-Krieg keiner als Sieger hervorgehen kann. Wenn beide Streitmaechte sich gegenseitig mit dieser Waffe umbringen und die restliche Welt mit in den Abgrund reisst. Damals waren die USA die ersten, die diese Bombe hatten und diese Gefahr gab es noch nicht. Heute sieht es anders aus (besonders Indien vs. Pakistan).

Und weil soviele Laender nach Atomwaffen streben und schon mittlerweile haben, wird man dieses Abschreckungsmittel verlieren. "Du hast Atomwaffen, ich aber auch, also "Fang Ma Guo Lai" und wir werden sehen...."
Man hat gesehen wie daemlich die USA bzw. Bush war. Die Achse des Boesen, Iran, Irak und Nordkorea. Von den beiden Staaten wo man vermutete sie arbeiten an einem Atomwaffen Programm oder sie schon Atom Waffen besitzen wurde keiner angegriffen. Nur der Irak, der schon eh von Embargos geschwaecht war. Man hat Iran und Nordkorea gezeigt, dass sie sich nur sicher fuehlen koennen und was auf der Welt gelten, wenn sie Atomwaffen haben. Indien und Pakistan wurde Jahre lang in der Internationalen gemeinschaft auf hoechster Ebene ignoriert. Aber ploetzlich dann als sie bewiesen dass sie Atomwaffen haben.... Sofort wurden die diplomatische Beziehungen vertieft, sofort finden sie Gehoer usw.
Was spricht fuer Nordkorea dagegen nach Atomwaffen zu streben? Meiner Meinung nach, waere das der Untergang wenn Nordkorea tatsaechlich eine Atombombe hat und wenn ist das auf die Daemlichkeit der USA zurueckzufuehren. Der Anfang war die Rede Bushs ueber die "Achse des Boesen". Einer ist schon mal weg, die anderen zwei werden sich zu hueten wissen....
 
 
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