HONGKONG

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aw: Nervensäge Xiaojo   guter beitrag schlechter beitrag
noley
16-mai-04
"Mit einer chin. Freundin, als Auslaender und dann noch zu multikulturell grossgeworden.."

na ja mein lieber......... die chinesische freundin haste vielleicht aus ganz anderen gründe......

woher kommste denn, "als ausländer"? switzerland? austria? italia? turkey?
 
 
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osterwelle
16-mai-04
@xiaojo

ich stimme dir grundsätzlich zu in sachen besitzstandwahrung und dass ein großteil der deutschen noch nicht kapiert hat, dass in zukunft es nicht mehr möglich sein wird dem söhnchen mit 6 den ersten fernseher zu kaufen, mit 10 die stereoanlage, mit 18 den golf und zum studium den 3er.
auch der urlaub in der dom rep oder das eigene häuschen werden sich immer weniger leisten können.
meiner meinung nach steuert deutschland auf eine katasrophe zu, da es seine kernkompetenzen outsourced andererseits aber die arbeit zu teuer ist. obwohl bildung und know how unser wichtigestes asset ist werden ausgaben dafür staatlicherseits zurückgefahren. (dafür subvetioniert man dann den transrapid. ein paradebeispiel des overengineering, das am markt vorbei geht).
ein weiteres megaproblem ist die kinderfeindlichkeit unserer gesellschaft.
das ist in skandinavischen ländern wesentlich besser gelöst. hier bekommst du keinen job wenn du um die 30 und ne frau bist und wenn du kinder hast, kannst du sie nirgends unterbringen. keine krippenplätze, keine kindergartenplätze, keine ganztagsschule. allein eine wohnung zu finden ist zB in münchen schon gar nicht einfach mit ein oder zwei kindern.
klar, dass wir zuwenig nachwuchs haben.
um jetzt mal auf dein posting zurückzukommen:
schliessung der arbeitsämter halte ich für voll daneben. wer soll diese aufgabe übernehmen? private firmen?
in diesem fall würden nur noch leute vermittelt werden, die ne menge verdienen, bei denen sich die provision lohnt. alle anderen würden in die röhre schauen und sich selbst was suchen müssen. genau das sind die leute, die das oft nicht können, weil keine ahnung, keine erfahrung, vielleicht einfach zu doof um sich geeignete strategien zurecht zu legen.
arbeitslosenhilfe ist ein anderes thema. da müssen geeignete leistungsanreize gefunden werden, grundsätzlich muss arbeit aber an sich billiger werden.
35h pro woche bei 30 urlaubstagen und einer stunde raucherpause am tag sind nicht mehr passend.
 
 
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osterwelle
16-mai-04
nach dem ich jetzt mal ein meine meinung zur politik losgeworden bin, möchte ich diesen artikel nicht als unterstützung für xiaojos vorgehensweise gewertet haben.
sowohl der stil als auch, und das ganz besonders, die reaktion auch die vorwürfe finde ich ziemlich peinlich.

schönen sonntag noch.
 
 
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xiaojo
16-mai-04
@osterwelle was machen die Arbeitsaemter eigentlich?

Ich glaube Jobs kann sich jeder selbst suchen dazu braucht man kein Superministerium. Wie von dir schon angesprochen private Firmen koennen die Vermittlung von Arbeit ja machen.
fuer die Auszahlung von Arbeitslosengeld2 sollte es eine kleine Behörde auch tun, die einfach Grundbetraege (150 Euro+Wohung) zahlt. Den Rest kann sich ein jeder der gesund ist durch Jobs (Agrawirtschaft, Tourismus, Gastronomie usw. ) selbst hinzuverdienen.

Auf Skandinavien (z.B. Schweden) will ich nicht weiter eingehen, aber du hast schon Recht mit dem was du sagst. Die Schweden haben viel radikalere Reformen gefahren auch im Gesundheitssystem usw. als wir in Deutschland momentan diskutieren. Das Schwedische Sozialsystem ist nicht so gut wie weitlaeufig behauptet, das Deutsche ist da vorraus. Ich will solche radikalen Reformen den Deutschen nicht zumuten, aber ein bisschen muessen wir uns auch veraendern auch wenn die SPD glaubt sie koenne die Marktgesetze ausser Kraft setzen. Woher diese Denk wohl kommt?
 
 
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osterwelle
16-mai-04
@xiaojo

haben die schweden kein arbeitsamt mehr?
ich halte von deiner mega-liberalisierung nicht allzuviel.
ich bin der meinung, dass gerade die vermittlung von wenig qualifizierten nicht von privaten erledigt werden kann.
um die wirtschaft anzukurbeln ist ein anderer ansatz sinnvoller.
meiner meinung nach müssen regulierungen fallen.
wieso muss heute ein selbstständiger maler, elektriker oder bäcker unbedingt meister sein?
wieso muss ich mich wenn ich ein kleines geschäft aufziehen will erst mal wochenlang in die thematik einlesen? wieso kann ich nicht einfach sachen kaufen, verkaufen und führ dann die MwSt ab?
Wieso muss ich heute als Privatmann beim Verkauf ein Jahr Garantie geben wenn ich es nicht ausdrücklich ausschließe?
hier sollte meiner meinung nach ansetzten. einerseits die staatliche unterstützung zu streichen und andererseit eigeninitiative zu verhindern, das empfinde ich als den falschen weg. ein gutes beispiel für erfolgreiche reformen ist neuseeland. hier hat sich der staat stark zurückgezogen. nicht nur finanziel sodern auch regulativ.

greundsätzlich: ich finde es falsch alles an der spd aufzuhängen.
die gleiche schuld trifft die gewerkschaften und die lobbyisten.
ganz abgesehen davon, dass die grundlagen bzw. grundlegende versäunisse schon während der regierung kohl gemacht wurden (reformstau, 1:1-umtausch, subventionssumpf, treuhand,...). da war die fdp ja auch nicht ganz unbeteiligt.
 
 
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xiaojo
16-mai-04
Oh Osterwelle, die CDU haben im Vermittlungsausschus die Praxisgebuehr erfunden, die beibehaltung der Subventionen durchgesetzt... glaub mir, die sind nur auf ihre Profilierung aus.

Mit den Gewerkschaften hast du meine speziellen Freunde genannt. Frag mal Steve wie wa sich von Gewerkschaften halte..

Ueber die Vergangenheit stimme ich mit dir ueberein nur macht es kaum sinn nach dem Verschulden zu fragen besser ist wie es in der Zukunft besser gemacht werden kann. Die Hinterlassenschaften von der CDU usw. sind schon ein Klotz am bein, aber wichtig ist das wir nicht noch einen zweiten Klotz ans andere Bein bekommen..

Deregulierung ist ein guter Pkt. Ich kenne mich aber im Meisterwesen nicht gut genug aus. Ich bin jedoch auch dafuer das ein jeder einen Betrieb gruenden, leiten darf der es will. Der kunde richtet dann über die Qualitaet.

ich habe mit den schwedischen Arbeitsaemtern keine Erfahrung. Kann dir da nix sagen. Nur beim GEsundheitssystem kenne ich mich ein bissle aus.
Die Vermittlung von wenig Qualifizierten scheitert nicht an deren Qualifizierung, sondern an den Mindestloehnen. Senkt man letztere ist genug Arbeit und Dienstleistung potential vorhanden. Dann koennten z.B. Manager eine Haushaelterin einstellen, die Putzt und so weiter und sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und waeren effizienter.
Es gibt genug Arbeit wo man nicht besonders qualifiziert sein muss. In der Agrarwirtschaft, Gastronomie, usw. gibts genug offene Stellen.

Warum bekomme ich beim Tuerken einen Yufka Pfankuchen mit Salat und Fleisch und Sosse fuer 2,5 Euro (Teig direkt vor meiner Nase im Offen gebacken und vor meinen Augen zubereitet) und beim Deutschen Restaurant kostet der "Fertigpack" an Salat alleine schon 5 euro? Ich verstehe das nicht. Kann es sein das wir Deutsche faul geworden sind?
 
 
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noley
16-mai-04
ich bin grundsätzlich der meinung, daß fast alle behörden geschlossen werden können bzw. in private hand gehen:

Sozialämter können komplett geschlossen werden, ebenso Arbeitsämter. Streichung von Sozialhilfe, Arbeitslosenhilfe usw. enormes Einsparungspotential. stattdessen minimale Grundsicherung für alle, so daß niemand verhungert. Sämtliche komplizierten Ausnahmen und Beantragungsverfahren fallen weg.

einheitlicher Steuersatz. keine Ausnahmen. keine Subventionierungen. Megasimpel. 9/10 der Finanzämter können abgewickelt werden.

Abschaffung der Einwohnermeldeämter. (sinnlose und unnütze Tätigkeiten der faulen Beamten dort)

Abschaffung des Beamtentums an sich.

Bezahlung der Lehrer nach Leistung. Die faulen Lehrer (Beamte, kein Leistungsanreiz, keine Kündigungsmöglichkeit) mit ihrer 13-Wochen-Urlaubsmentalität sind ja der Grund für das miese Abschneiden D's in der Pisa-Studien.

Privatisierung von Polizei und Grenzschutz.
 
 
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xiaojo
16-mai-04
Nooley ich stimme mit dir da total ueberein ausser:

"Privatisierung von Polizei und Grenzschutz."

Die Gewalt der Polizei muss vom Staat ausgehen. Polizei muss genauso wie die Bundeswehr noch direkt dem Staat untergeordnet sein. Ich wage es nicht meine Buergerrechte ueber einen Vertrag zu sichern und dann outzusourcen. Ich haettte Angst, wenn mich ein privater Securitydienst mich behandelt. Im Prinzip wurden viele Taetigkeiten schon von Firmen uebernommen, Die Radarkontrollen usw. wurden schon von Firmen uebernommen.

"Abschaffung des Beamtentums an sich"

In manchen Sparten ist das Beamtentum notwendig zwecks der Unbestechlichkeit, Vertraulichkeit und Unkuendbarkeit. Ich bin mit unserer dt. Polizei z.B. zufrieden. Jedoch hatte ich schon öfters Schwierigkeiten mit privaten security firmen, die unqualifiziert waren.

Ansich stimme ich deinen Punkten komplett zu nur sollte man dies maßvoll machen. Verschiedene Sparten sollten in der direkten Staatsgewalt bleiben damit nicht ploetzlich der Security dienst mal streikt oder vielleicht putscht (!!) Unterstellt man z.B. die Bundeswehr irgend einem Unternehmen waere ein Putschversuch doch ein leichtes...
 
 
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noley
16-mai-04
Privatisierung hätte jedoch den Vorteil, daß die Unfreundlichkeit und Arroganz dieser Gruppe endlich aufhören würde. Wer den Kunden (= Bürger) schlecht behandelt, ist halt dann irgendwann seinen Job als Polizist los. So wie in allen anderen Bereichen sonst auch.

Merkt Ihr nicht jedesmal die Arroganz des Grenzschutzes, wenn ihr mit Lufthansa oder Air China in Frankfurt ankommt? Direkt am Gate stehen die grünen Säcke und kontrollieren vorab auf mega-arrogante Weise die Visa der Chinesen. Erinnert mich jedes mal ein bißchen an das traurige Kapitel Rampen-Selektion...
 
 
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Frieder Demmer
16-mai-04
@Noley:
erfrischend wie unarrogant und gerecht Du ueber verschiedene Bevoelkerungsgruppen und Institutionen urteilst. Ich vermute Deine privaten Behoerden und Exekutivorgane waeren genauso frisch fromm froehlich frei.

Ja, dann ginge dann wieder was!

Und mit Dir als Lehrer:

Pisa, kein Thema, da da waeren wir ganz vorne mit dran.
Ok, dass bis heute die wenigsten verstanden haben, was hier wirklich untersucht und rausgefunden wurde, ist nicht so wichtig - z.B. dass Laender mit hoehem Privatschulanteil besser abschnitten, aber evtl. auch deswegen, weil hier die eine oder andere Durchfuehrungsbestimmung nicht in letzter Konsequenz beachtet wurde, weil ein schlechtes Abschneiden fuer diese Schulen schlicht existenzbedrohend gewesen waere... .

Ich bin WIRKLICH der Meinung, dass wir in vielen Berichen Reformen beduerfen - aber es wird in diesem Forum mehr und mehr Mode mit dem Strom, mit der Masse "mutig" auf die Klassiker zu schießen: Lehrer, Kirchen, Parteien, Arbeitslose: DIE sind Schuld.

Unsere freie Wirtschaft, Hort des Fleisses, der Ehrbarkeit, der Effizienz und des Durchblicks, die ist natuerlich nur Opfer der Versaeumnisse dieser "Penner", "Vereine", "arroganten Urlaubsfaulaenzern", "Sozialabzocker".

Das finde ich persoenlich schlicht peinlich!

Was waere das fuer eine Bankrotterklaerung, wenn wir unsere Probleme haetten, weil unser versammeltes Wirtschaftsmanagement sich von einem angeblichen Versagerhaufen seit Jahrzehnten systematisch ueber den Tisch hat ziehen lassen.

Du hast Deine Konsequenz gezogen: Ab und wech.

Und im naechsten Schritt wirst Du sicher Deine Ausbildungskosten zurueckzahlen, sowie die Aufwendungen die betrieben wurden, um Dir ein gesichertes Gesundheitswesen und stabile Strom- und Trinkwasserversorgung, unkomplizierte Verkehrsverbindung, flaechendenkendes Telefon und Mediennetz, saubere Umwelt etc. zu gewaehren.

Das alles zahlst Du zurueck? Wirklich?

Super!Eigennutz: fuer Dich kein Thema!

Neue Helden braucht das Land!
 
 
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SteveTianjin
16-mai-04
@noley

Und bitte nicht vergessen:

Reisepaß und Bundespersonalausweis sind Eigentum der Bundesrepublik Deutschland.

Unnützen Ballast einfach entsorgen, wegwerfen oder an die Deutsche Botschaft zurücksenden, das macht frei.

Insgeheim hoffe ich immer, daß möglichst wenige Chinesen/Chinesinnen Unsinn dieser Art lesen, denn mir wäre es schon lieber, wenn meine Landsleute im Gastland China einen möglichst kompetenten und aufgewecken Eindruck hinterließen.

PISA bezieht sich nach meiner Ansicht nicht nur auf das Niveau der Grundschulen, sondern läßt zwangsläufig auch auf die Qualität von Praktikanten und Studenten schließen.

Schön und gut, ich muß zugeben, daß ich zu einer anderen Generation gehöre, zu meiner Schulzeit ziemlich hohe Anforderungen gestellt wurden und mir die Disziplin nicht gerade geschadet hat.

Eigenartig auch, daß meine Mitarbeiterinnen (meine Büroleiterin ist schon uralt, nämlich 32 Jahre!) gerade meine altmodische Art des Mitarbeitertrainings, den Führungsstil und vor allem die gewährten Sozialleistungen, audrücklich billigen, ja sogar darauf bestehen und darauf stolz sind, zusammen mit mir, für die wirtschaftliche Zusammenarbeit D-CH einen wesentlichen Beitrag leisten zu können.

Lauthals zu schimpen auf alles was einem stinkt, das ist eine Sache, Verantwortung zu tragen und gewisse Unzulänglichkeiten im Interesse des gemeinsamen Erfolges hinzunehmen, eine andere Angelegenheit.

Dürfte wohl vorwiegend eine Frage der persönlichen Reife und vielleicht auch Intellekts sein.

Ideen in die Diskussionsrunde zu werfen kann zwar nicht schaden, nur fehlt es manchmal an Substanz, finde ich.

Wer sind nun die eigentlichen "Helden"?

Diejenigen, die sich einfach verpissen und irgendwo in der chin. Provinz abhängen, bis der nächste Zahnersatz fällig ist (den dann das Sozialamt zahlt), oder die Doofen, die ordentlich ihre Arbeit machen und verstehen, daß man Steuern und Sozialbeiträge zahlen muß, auch wenn es mal schmerzt?
 
 
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xiaojo
16-mai-04
Auf schmarotzer schimpfen bringt nischts. besser man veraendert die Strukturen... Wir koennten hier gut 20 Erntehelfer fuer die Spargeln, Erdbeere, Obstbaeume, Himbeeren und im Winter fuer das Ofenholz brauchen..

@Steve "Schön und gut, ich muß zugeben, daß ich zu einer anderen Generation gehöre, zu meiner Schulzeit ziemlich hohe Anforderungen gestellt wurden und mir die Disziplin nicht gerade geschadet hat."

Was willst du damit sagen? Das an deine Generation höhere Anforderungen gestellt wurden als an die heutige? ich glaube das die anforderungen gewachsen sind und verändert haben.

Wenn ich allerdings in der Iglostudie lese das ein Drittel der Grundschullehrer schlechter Englisch spricht (Aussparche) als der Durchschnitt der Grundschulkinder dann weiss ich nicht...
Die PH Studium ist praktisch ein Witz. Wie kann es sein das ein Englischlehrer mit PH Studium so schlecht Englisch spricht?
Von Pädagogik habe ich in meiner Schulzeit nichts mitbekommen. In den Firmen finde ich aber Menschen, die die Realitaet verstehen und junge Menschen einfacherer und gezielter darauf vorbereiten koennen. Lehrer wissen nicht wie's drausen aussieht.

Deshalb ohne jetzt weiter auf unsere Lehrer einzugehen... ich wäre für die Abschaffung des Beamtenstatus. Der einzige Grund der dagegen spricht ist vielleicht die Streikgefahr, aber man muss dann eben nicht die hohen Gehaelter bezahlen, die die Lehrer so für ihre grosse Arbeitszeit bekommen. Die Pisastudie ist deshalb so schlecht ausgefallen, weil D. ein sehr elitaeres Schulsystem hat. Wir teilen die guten und die Schlechten schon in der 4ten Klasse auf. Das hat zur folge das die schlechten nicht von den Guten mitlernen koennen. In den USA ist das anders da sind alle ungefaehr auf dem gleichen LEvel. Deshalb ist der Schnitt dort besser als bei uns. Wir haben zudem keine Gesamtschulen... Mein Thema Familien wird da angeschnitten. In Daenemark haben 64% der Kinder bis 3 Jahre einen Kindergartenplatz. In D. sind es 2,7%.
 
 
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SteveTianjin
16-mai-04
@xiaojo

So war's nicht gemeint, denn ich könnte auch stundenlang Beispiele aufzählen, über Dinge, die mir an Deutschland, dem System und der Einstellung mancher Zeitgenossen nicht so passen.

Ich möchte das auch nicht so verstanden wissen, daß ich damit sagen wollte, in der "guten alten Zeit" sei alles besser gewesen. Natürlich ist das Quatsch, nur auf die Disziplin und das Heranbringen an ein verantwortliches Handeln habe ich das bezogen.

Wie peinlich es ist, mit Menschen, gerade in meiner Altersgruppe, Konferenzen in englischer Sprache abzuhalten, kannst Du Dir gar nicht vorstellen. Besonders in meinem Job ist das unangenehm, weil ich nämlich die Defizite wieder ausgleichen muß. Gleichzeitig rechtfertigt dies aber auch meine Tätigkeit und den Job im allgemeinen.

Das schönste Thema hast Du selöbst angeschnitten und mich damit hoch erfreut: Unsere lieben Lehrer!

Ich kann nicht anders, ich muß aus meiner Erfahrung einfach nur sagen, daß ich max. 5 Personen benennen könnte, die sich als Lehrer bezeichnen ließen, der Rest der sgn. "Lehrer" (und ich habe sehr viele davon kenen gelernt) entsprachen exakt dem Klischee des trägen, faulen und wenig flexiblen Menschen, der mit der festen Überzeugung sein "Lehramt" antritt, die PH habe ihn fit fürs Leben gemacht. Nach anfänglichen Engagements folgt schnell die Frustration und endet darin, daß er sich im Lehrerzimmer dem Rest der Truppe anschließt, der unaufhörlich in der Loseblattsammlung der Beihilfeordnung blättert, über Krankheiten jammert und in den Pausen seine Ferienplanung akribisch für die nächsten 5 Jahre bis zur Frühpensionierung zu Papier bringt.
Ich habe da meine Vorurteile aufgebaut, tut mir so leid, aber offensichtlich ist es tatsächlich so schlimm. Wer will da noch Lehrer werden.

Ich kann es aber auch nicht lassen, mit dem Finger auf die jüngeren Menschen zu zeigen, denn wenn die unsere Zukunft sein sollen und wollen, dann sollen sie auch was dafür tun.

Patentrezepte? - Fehlanzeige!
 
 
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xiaojo
16-mai-04
@Steve die Jüngere Generation hat keine Orientierung mehr. Sie muss "unrealistischen" Versuchungen widerstehen wie Markendruck und den Reizen der Werbung die die Jugend zunehmend immer frueher aelter werden lassen...

ich habe keine Rezepte fuer die Jugend. Ich war mal lange total gegen die Einfuehrung z.B. einer Schuluniform, aber zu meiner Schulzeit haette ich sie manchmal hergewuenscht damit ich nicht jeden Tag von neuem das Problem "was ziehe ich an" gehabt haette... und wehe ich zog das falsche an dann wurde wieder gemobbt... und man wurde ganz schnell der Aussenseiter, wenn man z.B wie bei mir mit dem Selbstgestrickten Pulli in die Schule kam. Aus dem Problem wacht man so mit 15 auf -manche auch gar nie. So nebensaechlich das vielleicht klingen mag. Die Jugend muss sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Dabei wuerdens vielleicht auch Gesamtschulen Ganztagsschulen tun. Das wuerde auch der integration der Auslaender helfen. Ich habe Freunde in meiner ehem. Klasse, wenn ich sie treffe erzaehlen sie mir immer von Mode, Body building und Autos... ich verstehe diese Hobbies ja alle, aber ich in meinen Sandalen... finde diese Dinge nicht so wichtig.

ich habe auch ein paar Lehrer gehabt die waren gut. Einer war aus dem Irak Al Schalabi (Englisch), einer ein Deutsch-Rumaene (Mathe) bei denen schaue ich manchmal noch vorbei.
 
 
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SteveTianjin
16-mai-04
Ich nehme an, wir werden noch einige Threads zu dem Thema haben, weil das Theater jetzt erst gerade beginnt und die Auswirkungen der Versäumnisse der vergangenen Jahre noch garnicht absehbar sind.

Auch die Frage der Integration von Ausländern sehe ich kritisch, weil ich glaube, daß die Adaption jeder neuen und prickelnden Idee, bloß wegen der faszinierenden multi-kulti Atmosphäre, leicht ins Auge gehen kann, wenn dabei die Menschen die eigenen Werte und damit ihre Identität verlieren.

Trotz meiner liberalen Einstellung, einer überaus weltoffenen Lebensweise und eigenen Historie, bleibe ich bei meiner Meinung, die auf langjährigen Auslandsaufenthalten und Erfahrung im Umgang mit Menschen aus sehr unterschiedlichen Kulturkreisen beruht.

Abgrenzung ist ein für jeden Menschen zutiefst bedeutendes Grundrecht und auch ein Bedürfnis, um daraus das Gefühl für die eigenen Identität zu schöpfen und zu bewahren.

Individualität ist die wahre, einzig wertvolle Ressource, aus der sich erst die persönliche Weiterentwicklung ergibt.

Jede Gleichmacherei erscheint mir als die größte Torheit, die man nur jungen Leuten als Heilslösung verkaufen kann.

Ich bin zu weit herum gekommen in meinem Leben und ich habe dabei so viele interessante und wertvolle Menschen kennen gelernt, daß ich kaum glauben kann, wie naiv die die Menschen (vor allem junge Leute) sich von den Führungseliten manipulieren lassen.

Es gibt Dinge, da reichen Worte nicht aus, das kann man nur mit Erfahrung erklären.

Das Forum ist mit Sicherheit nicht der ideale Platz für diese Thematik, weil man wahrscheinlich den Rest der Teilnehmer damit langweilt.

Party und Spaß-Sofort sind leider nicht der Ausweg um dem Irrenhaus zu entgehen.
 
 
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noley
17-mai-04
"Das alles zahlst Du zurueck? Wirklich?"

Das hab ich schon längst zurückgezahlt. Und zwar durch 20 Monate Zwangsarbeit in einem Krankenhaus als Zivi.
 
 
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noley
17-mai-04
Steve wörtlich: "Schön und gut, ich muß zugeben, daß ich zu einer anderen Generation gehöre, zu meiner Schulzeit ziemlich hohe Anforderungen gestellt wurden und mir die Disziplin nicht gerade geschadet hat."

Zu Deiner Schulzeit (wohl in den 50ern oder 60ern) wurden fast gar keine Anforderungen gestellt. Die Generation der heute 50- bis 65jährigen hat es leicht wie keine andere gehabt. Selbst die letzten Idioten sind noch an gutdotierte Jobs in Verwaltung, Politik usw. gekommen. Wenn ich mich manchmal in dieser Generation (Generation meiner Eltern!) umhöre, kommt mir echt das Grausen....
 
 
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SteveTianjin
17-mai-04
@noley
Richtig kombiniert, da habe ich wirklich Glück gehabt, mein Erfolg war quasi vorprogrammiert.
Aus Mitleid bekomme ich heute noch Aufträge von den führenden Wirtschaftsunternehmen, weil deren Geschäftsführer, Inhaber und Vorstandsmitglieder ja auch der selben Altersgruppe angehören und wissen, was ich für ein Versager bin. Aus Solidarität heraus beauftragen sie meine Firma, damit ich nicht verhungern muß.
Leider gibt es nicht genügend 80-jährige Sinologen am Markt, somit mußte ich leider in meiner Firma auf jüngere Leute zurück greifen.

Wenn ich (trotz Alzheimer) an meine Schulzeit zurückdenke .... ach war das schön .....
Streß hatten wir aber auch:
Im Unterricht wurde Gameboy gespielt, immer mal unterbrochen von nervigen Klingeltönen unserer Handys, der doofe Lehrer ging uns auf den Keks mit regelmäßigen Castings und ständig mußte man in andere Klassenräume umziehen, wegen der Verwüstungen und Sachbeschädigungen am Schulgebäude.
Entspannung gab es eigentlich nur in den Pausen, beim Abziehen der Mitschüler und Verprügeln der Lehrer.
Wenn mich zu Schulschluß der Chauffeur abholte und nach Hause brachte, war ich immer froh, daß ich der Hölle entronnen war.

Da habe ich mir geschworen:
Meine Kinder sollen es einmal besser im Leben haben.
 
 
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superbeer
17-mai-04
ich stimme zu, daß es die heutige junge Generation in Deutschland viel schwerer hat als die Generation davor. Die haben in Saus und Braus gelebt, Schulden gemacht usw. Und über den Marschall-Plan ist denen ja das Geld noch von hinten in den Allerwertesten gepustet worden, oder sehr ihr das anders? Und jetzt soll die junge Generation für die Spätfolgen des zweiten WK zahlen? Direkt durch die Subventionierung der Wiedervereinigung, indirekt durch die Zahlungen an Zwangsarbeiter usw.? Ne ne mein lieber, nicht mit uns!
 
 
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osterwelle
17-mai-04
@superbeer

das geld aus dem marshallplan ist nicht einfach verprasst worden.
im gegensatz zu frankreich und anderen europäischen ländern hat deutschland das geld immer nur verliehen. es wurde also mehr und der fond existiert immer noch. er wird verwaltet von der KfW (Kreditanstalt für Wieeraufbau). Existenzgründer u.a. können dort immer noch Unterstützung bekommen.
Ich denke die 50er und 60er waren wohl härter als wir uns das vorstellen können. das muss aber nicht für die 70er, 80er und 90er gelten.
 
 
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