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Mittagspause auf dem Mekong (4)
Von Kristin Haug und Verena Töpper
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Carina Wenzel, 41, lebt auf den Cookinseln im Südpazifik. Für ihre Arbeit als Tauchlehrerin steht sie früh auf und macht spät Feierabend. Und fühlt sich doch frei wie nie zuvor.

Fünf Jahre lang hatte ich ihn nicht gesehen: einen Freund aus meinem Abi-Jahrgang. Dann besuchte ich ihn auf Rarotonga, einer der Cookinseln, mitten im Südpazifik. Und verliebte mich – in die Insel, das Meer, die Menschen und in den Schulfreund. Er sagte mir, das müsse wohl der Tauchlehrereffekt gewesen sein.

Nach dem Abi hatte ich erst einmal eine Ausbildung zur Schreinerin gemacht und war dann nach Italien gezogen, um Italienisch zu lernen. Ich habe sieben Jahre lang dort gelebt – es war eine gute Zeit, ich mochte das Land. Nur richtig glücklich wurde ich da nicht. Also machte ich eine Weltreise, um herauszufinden, was ich wirklich wollte: Ich flog nach Hongkong, Australien, Neuseeland, auf die Cookinseln, in die USA und nach Kanada.

Auf den Cookinseln fühlte ich mich am wohlsten, hier hat alles gepasst. Die Menschen, die Natur, ich sammelte Muscheln und ging tauchen. Und entschied mich dazu, mein Leben in Italien hinter mir zu lassen, um nach Rarotonga zu ziehen.

Ich verkaufte meine Sachen, kündigte meine Verträge, verabschiedete mich von den Menschen, die ich liebgewonnen hatte. Es fiel mir relativ leicht zu entscheiden, welche Sachen ich in mein neues Leben mitnehmen wollte: alles, was ich gern hatte, meine Lieblingsklamotten, eine Decke, Tauchzeug, eine Edelstahlpfanne und andere Kochutensilien. Auf den Flug nahm ich nur einen Reiserucksack und eine Tasche fürs Handgepäck mit.

Es ist schon etwas anderes, wenn man mitten im Südpazifik auf einer 67 Quadratkilometer großen Insel lebt, die nur 9000 Einwohner hat. Ich bin in einer Großstadt aufgewachsen, hatte nie zuvor in einem wirklich kleinen Dorf gelebt, wusste nicht, ob mir das nicht zu einsam werden würde. Ich reiste mit einem Touristenvisum ein, das sechs Monate gültig war – und sagte mir, wenn es nicht passt, dann fliege ich wieder zurück.

In Rarotonga angekommen, zog ich bei meinem Schulfreund ein und half in seiner Taucherbasis aus. Er verleiht hier unter anderem auch Motorroller, Fahrräder und Kajaks. Es hat gepasst, ich bin nicht zurückgeflogen und arbeite immer noch im Geschäft mit.

Inzwischen wohne ich seit mehr als neun Jahren hier und bereue keinen einzigen Tag. Ich habe eine Arbeitsgenehmigung, mit der ich im Land bleiben darf. Sie muss aber jedes Jahr erneuert werden. Nach zehn Jahren hier kann ich eine Daueraufenthaltsgenehmigung beantragen. Ich würde wirklich gern bleiben. Es ist aber nicht garantiert, dass ich die Genehmigung bekomme.


 
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